Tagebug: DSDS 2 - Show "Rock- und Popballaden"
Freitag, 28. November 2003
Ich habe Jetlag. Oder Jetleg? Jetleck? Wie schreibt man das? Wie es sich anfühlt, das kann ich euch sagen. Der Körper ist außer Rand und Band und weiß nicht mehr so genau, ob gerade Tag oder Nacht ist. Kein Wunder, denn ich kam gestern Nacht spät aus Hamburg von der "Tribute To Bambi"-Party zurück, habe den Tag davor schon Frühsendung gehabt, dann bis 6 Uhr auf der gerade genannten Party gefeiert, bin heute Morgen wieder um 4 Uhr zu Eins Live, habe mich gegen 13 Uhr kurz hingelegt und wurde um 17 Uhr von einem Fahrer zum RTL-Spendenmarathon gebracht. Jetzt ist der Akku leer, muss aber bis morgen wieder voll sein. Das geht nur mit Drogen. Also ab zu meinem Dealer. Herr Niederegger hat immer was da. Ich kaufe zwei Päckchen und haue sie mir sofort rein. Danach fühle ich mich toll. Was Marzipan-Kartoffeln so alles bewirken.
Samstag, 29. November 2003
Jawollo - um es mal mit dem momentanen Lieblingswort meines Lieblingsproduzenten zu sagen, es geht wieder rund. Und wie. Also ab zu den Irren. Zunchst startet der Abend ganz behutsam. Natürlich bin ich mal wieder zu früh da. Ich werde immer zu früh abgeholt. Ist gaaaanz wichtig beim Fernsehen, immer früh da sein. Am besten elf Stunden vor dem ersten Termin. Dann ist auch das Produktionsbüro zufrieden. Die glauben nämlich, dass man sonst nichts Anderes zu tun hat. Weil, Fernsehen ist wie eine Familie. Für die. Und schwupp, sind da auch schon meine Eltern. Papa Bohlen, Mama Fraser und der Onkel Stein. Während wir uns alle wie echte Männer mit Handschlag begrüßen, folgt beim Begleitschutz das übliche Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da, Küsschen hier, Küsschen da. Und schon geht es zur Generalprobe.
Die beginnt mit Krawall, denn die Band macht Krawall. Der Gittarist zersägt das Intro von "Für dich". Das ist blöd für den Gitarristen, denn auf der Couch sitzt ja unser Pop-Mega-Hit-Titan, der das Ding geschrieben hat. Ich fasse den Fünf-Minuten-Dialog zwischen dem Gitarrenmann und dem Hit-Mann kurz zusammen: "Alleeeees scheissäääää!" Die Stimmung könnte also besser sein. Ich ziehe mich in meine Garderobe zurück und bin mir sicher: Heute fliegt Judith. Und den Mann an der Gitarre trifft dann nicht die geringste Schuld. Den Rest der Zeit schlage ich am Buffet tot, das genau so aussieht.
Der Rest läuft wie immer. Rein in Show 1, Blabla, raus. Rein in Show 2, Blabla, raus. Bier. Feierabend.
Sonntag, 23. November 2003
Es kam also ganz anders. Anders? Oh, da war das böse Wort, das man vor El Produzente besser nicht erwähnt. Also gut. Es kam also... also, es kam... ja... nun ist der Steffen raus. Unglaublich. Steffen war nicht gut, aber Judith war schlecht! Judith kann nichts dafür, denn sie kann nicht gut singen. Das ist schade, aber Fakt. Jajaja, sie ist total lieb, total süß, total total, aber dass sie nicht die neue Houston ist, war mir schon am ersten Casting-Tag klar. Ich hätte sie nie und nimmer weitergelassen. Professor Stein und die Studentin auch nicht, aber es gibt ja noch El Produzente. Und jetzt wird das arme Ding da so gequält. Manchmal ist es eben für alle Beteiligten besser, wenn man sein Beuteschema mal für einen Moment im Griff hat.
