Tagebug: DSDS 1 - Show "70er/Disco"

Freitag, 7. Februar 2003

Bohlenski hat heute Geburtstag. 49 - also drei mal so alt wie Estefania. Ich habe gerade bei ihm angerufen, aber die Mailbox war dran. Morgen bring' ich ihm auf jeden Fall was mit. Einmal natürlich die Geburtstagsfaxe aus dem Eins Live Sektor und dann noch was Persönliches. Nun hab' ich hin und her überlegt, was mich denn mit Dieter Bohlen verbindet. Hm. Also von meinen Frauen kriegt er keine. Ferraris hat er ja auch schon genug. Es müsste was Besonderes sein. Dann machte es Peng, so wie damals bei seinem Penisbruch. Er bekommt von mir eine Stunde Sendezeit bei Eins Live. Und er darf seine eigenen Platten auflegen. Naja, vieleicht denke ich doch noch mal drüber nach.

Weniger nachdenken musste ich da schon bei Michelle, die hatte nämlich letzte Woche Geburtstag. Sie bekam von mir neue Unterwäsche.

Und ich muss dann jetzt auch Schluss machen, ich sehe gerade, Michelle hat irgendein Problem mit den Strapsen.

Samstag, 8. Februar 2003

Heute Abend sind die endlich nicht in der Überzahl, sondern wir kämpfen vier gegen vier. Auge um Auge. Stimme um Stimme. Wahrscheinlich sind aber meine Ohren wieder betäubt von den 1.000 Zuschauern im Studio. Ich muss das jetzt mal los werden, weil manchmal keiner kapiert, wieso uns die eine oder andere Kritik entgeht. Da sitzen also diese Wilden hinter einem und machen solch einen Lärm, dass ich zum Beispiel den Aussetzer vom letzten Samstag bei Daniels "My Way" erst Tage später im Video gemerkt habe. Und die Top drei nach heute müssen einfach gute Sänger sein. Mal hören, wie die Töne heute so klingen bei den Wacklern Vanessa und dem kleinen Küblmann. "Dancing Queen" von Abba und "Night Fever" von den Bee Gees ist für den wieder mal eine 1a Wahl. Aber heute muss er gut singen, die reine Show reicht mir nämlich nicht mehr. Basta.

Ihr merkt da was latent Aggressives bei mir, ne? Liegt daran, dass ich heute noch nichts gegessen habe. Und wenn ich Hunger habe, dann werde ich zum Stein. Onkel Stein. Der Mann ist übrigens wirklich faszinierend. Und das Schöne ist, mit dem Stein quasi einen neuen Onkel in der Familie zu haben. Diesmal einen ziemlich netten, was aber kaum einer glaubt. Onkel Stein hat mir nämlich netterweise angeboten, dass er mir das Snowboarden beibringt und mich eingeladen auf seine Hütte in den Bergen. Er kann übrigens saugut snowboarden, und ich sehe mich schon auf dem Brett stehen wie ein alter Opa.

Und wo wir gerade dabei sind. Heute lesen wir ja wieder unglaubliche Dinge in der Zeitung. Hans Albers war der Opa von Carsten Spengemann. Ja, und jetzt kommt noch ein Hammer. Hans Wurst war der Opa vom Bohlen.

Ich muss dann auch Schluss machen, Michelle hat gerade gerufen. Essen ist fertig.

Sonntag, 9. Februar 2003

Oh, was für ein Tohuwabohu! Daniel war gestern Abend stinksauer, und das gipfelte wenige Minuten nach der Sendung darin, dass ich ihm die Hand geben wollte und er einfach mit erhobener Nase abgehauen ist. Also keine Hand. Bin ihm dann auf der Bühne hinterher und sag': "Hey Daniel, das ist aber nicht nett, einfach wegzulaufen, wenn ich dir die Hand geben will". Dann ging's richtig los. "Von ihnen lass ich mir nix mehr sagen. Ich pfeif' auf ihre Meinung. Das war doch nur Stimmungsmache gegen Bayern". Und so weiter und so fort. Bohlen und Onkel Stein standen neben mir und dachten auch, sie hätten sich verhört.

Daniels Vater hat mir dann auf der After-Show-Party in tiefstem Bayerisch mitgeteilt: "I kenn den, des hod der ned so gmoand". Und so war es auch. Nach einer Stunde hatte sich der kleine wilde Mann wieder gefangen, kam zu mir in die Garderobe und hat sich entschuldigt. Und da ist mir wieder mal klar geworden, was das Ganze für ein riesiger Stress ist. Für alle.

Liebevoller ging's während der Sendung auf meiner Couch zu. Das motto war ja Disco, und Dieter sang die ganze Zeit in meine Richtung "Love is in the air". Langsam mache ich mir ernsthafte Sorgen um den Mann. Der wird dann auch gleich so touchie. Er hat mir ungefähr 30 mal in die Rippen gepiekst, und einmal saß er sogar auf mir drauf. In den Proben. Da lief das neue Lied von Alexander "Tonight" und ich sagte: "Für 'ne Ralf-Siegel-Komposition gar nicht so schlecht."

Wahrscheinlich war der Grund für Didäs Liebeslied für mich aber dann doch eher das Paket, das ich ihm von Eins Live mitgebracht habe. Der Sektor hat ihm ja am Freitag zum 49. gratuliert, und von mir bekam er gestern Abend persönlich alle Mails und Faxe überreicht. Zusammen mit dem Geschenk "Eine Stunde Sendezeit". Mit Platten auflegen und Modern Talking satt. Und jetzt haben wir den Salat. Er kommt tatsächlich. Und... Moment. Was? Ja, ich komm' gleich. Ja, und dann noch mal.

Ich muss Schluss machen, Michelle will da irgendwas.